Brasilien  

 

UPU-Sonder-ATM 1979

Vom 15. bis 23.9.1979 Aufstellung eines Frama-Automaten auf der Briefmarken-Ausstellung Brasiliana 1979 in Rio de Janeiro und Ausgabe der 1. Sonder-ATM der Welt, mit der Darstellung der Weltkugel, inhaltlich dem 18. UPU-Kongreß gewidmet, auf dem der Automat aus Termingründen jedoch nicht mehr aufgestellt werden konnte und stattdessen auf der Brasiliana zum Einsatz kam. Es wurden ca. 3500 ATM gezogen. Echt gelaufene Briefe dieser Ausgabe sind sehr selten und existieren in wohl nur zweistelliger Zahl.

 

Frama ATM aus Münz- und Schalterwertzeichendruckern 1981

1981 von Juni bis Dezember Betriebsversuch mit 10 Frama-Münzwertzeichendruckern (VA 00001 - VA 00010) und 10 Frama-Schalter- Wertzeichendruckern (AG 00001 - AG 00010) in den Städten Brasilia, Rio de Janeiro und Sao Paulo.
Die ATM aus den Schalterwertzeichendruckern weisen wie bei Freistempeln das Tagesdatum samt Uhrzeit auf, wurden von der Postverwaltung Brasiliens jedoch zu unbegrenzt gültigen Briefmarken erklärt.
Der Betriebsversuch mit Frama ATM wurde schon nach rund 6 Monaten Ende 1981 wegen der hohen Inflation, technischen Problemen und mangelnder Akzeptanz der Geräte beim Postpublikum eingestellt.

 
ATM aus Münzwertzeichendrucker VA   ATM aus Schalterwertzeichendrucker AG

Über die Seltenheit der FRAMA-ATM Brasiliens von 1981 aus Ortsautomaten:

Die Automatenmarken-Ausgaben Brasiliens von 1981 wurden von den brasilianischen und europäischen Händlern seinerzeit fast ausschließlich über die brasilianische Versandstelle bezogen. Diese Versandstellenmarken, die nur in den Wertstufen zu 7 und 12 Cr$ und in wenigen Fällen wohl auch 1 Cr$, bei den AG-ATM außerdem immer mit Ersttags-Druckdatum 10.6.1981 ausgeliefert wurden, machen rund 95 % allen weltweit verfügbaren Markenmaterials aus.
ATM in anderen Wertstufen und mit späteren Druckdaten stammen gründsätzlich aus den kaum beachteten Ortsgeräten und sind sehr selten. Diese ATM aus den Ortsgeräten sind außerdem in rosa- bis lilaroter Farbe während die Produktionen der Versandstelle ausschließlich in braunroter oder auch zinnober-Farbe ausgedruckt wurden.
Die Gesamtstückzahl aller auf diese Weise eindeutig unterscheidbaren brasilianischen Frama-ATM aus Ortsautomaten beträgt mit Sicherheit weit unter 1000 Exemplare. Diese verteilen sich auf 20 Gerätenummern und die Erhaltungsformen **, O sowie auf Brief. Die Zahl der existenten Briefe aus der Laufzeit vom 10.6.1981 bis 28.12.1981 beträgt, hoch geschätzt, ca 300, davon knapp 200 allein aus der Korrespondenz von Wolf-Dietrich Wickert und Hans Lehmann, den einzigen Philatelisten, die den damaligen Betriebsversuch etwas genauer verfolgt hatten und deren Aufmerksamkeit wir unser heutiges Wissen und den größten Teil der wenigen existierenden Orts-ATM Brasiliens zu verdanken haben. Diese Korrespondenz beschränkte sich jedoch im wesentlichen Teil auf die Geräte in Rio de Janeiro (AG 2, AG 4, AG 6, AG 9 sowie VA 3, VA 4 und VA 5). Marken und Briefe von diesen Geräten sind somit noch relativ häufig: 30 bis maximal 100 Belege (VA 3) pro Gerät, dazu etwa jeweils die gleiche Anzahl postfrischer Marken. Tastensätze existieren nur von ganz wenigen Geräten und sind dann praktisch Unikate.
ATM von den Ortsgeräten in Sao Paulo und Brasilia sind generell noch wesentlich seltener als von Rio de Janeiro, da in Sao Paulo kein engagierter Philatelist saß, der den Betriebsversuch näher verfolgt und dokumentiert hat. So lassen sich über die Betriebszeiten der meisten Geräte, insbesondere der abgelegenen Standorte, nur Vermutungen anstellen. Von den Ortsgeräten AG 7 (Sao Paulo Liberdade) und AG 10 (Brasilia) sind bis heute weder Einzelmarken noch Belege bekannt, von einigen anderen (VA 2, VA 6, VA 7, VA 10) existieren diese in wohl nur einstelliger Zahl. Bedarfsbelege sind praktisch unbekannt, soweit es wenige gegeben hat, dürften sie achtlos weggeworfen worden sein. Von dem Schalter-Wertzeichendrucker AG 6 (Sao Paulo Lapa) ist ein Firmenbedarfsbrief vom 30.10.1981 bekannt.
Gummidrucke aus dem Gerät VA 1 und ATM aus dem Ortsgerät AG 3 (immer ** und mit ET-Datum 10.6.81) sind als einzige Ausnahmen in etwas größeren Stückzahlen bekanntgeworden.

Als weiterführende und auch heute noch weitgehend gültige Literatur empfehle ich den Artikel "Die Automatenmarken Brasiliens: Ein philatelistisches Lehrstück" von Wolfgang Maassen, abgedruckt in der Zeitschrift Philatelie, Ausgaben Nr. 159 und 160, Jahrgang 1985, sowie den Brasilien-Teil aus dem Loseblatt-Katalog Übersee, 1988, ebenfalls von Wolfgang Maassen.

 

Klüssendorf-ATM 1993-94  

Vorstellung einer Sonder-ATM (blau) und einer für den normalen Dauergebrauch geplanten (gelber Vordruck) auf der BRASILIANA 1993 in Rio de Janeiro. Verkauf dort vom 31.7. bis 8.8 aus 2 Schalterwertzeichendruckern in bestimmten Portostufen. In diesen Zeitraum fällt eine Abwertung des Cruzeiro auf 1 / 1000 , der Werteindruck der Marken bleibt jedoch unverändert, da der WZD den Ausdruck eines Kommas nicht zuläßt. Die ATM werden zu 1 / 1000 der Wertangabe verkauft und entsprechend beim Porto angerechnet, welches am 1.8. jedoch ebenfalls erhöht wird und zu neuen Nennwerten führt.
Ab September 1993 bis Mai 1994 Verkauf der ATM ausschließlich über die Versandstelle in monatlich steigenden, der galoppierenden Inflation angepaßten Portostufen. Ein Einsatz im normalen Postalltag hat niemals stattgefunden.
Im September 1994 Ausgabe einer Klüssendorf-Sonder-ATM zur Frankfurter Buchmesse, eine rein philatelistisch inspirierte Ausgabe.

 

Selbstklebende ATM aus Procomp-Automaten, ab 1997

erhältlich ab 20. Dezember 1997 über die Versandstelle und zunächst ein einziges Ortsgerät in Brasilia, dem in den nächsten Monaten jedoch rund 180 weitere Standorte in Rio de Janeiro, Sao Paulo und anderen großen Städten folgen, wo sie im Postalltag Verwendung finden. Die ATM, die über Münzwertzeichendrucker auf selbstklebende Etiketten gedruckt werden, sind jedoch nur für 5 verschiedene Versendungsarten vorgesehen, die auf den ATM als Zudruck ausgedruckt werden:

1. Porte National / Nao Comercial

1. Porte National / Comercial

2. Porte National / Nao Comercial

2. Porte National / Comercial

1. Porte International

 

Dementsprechend gibt es auch nur 5 festprogrammierte Wertstufen, in der Reihenfolge der oben genannten Zudrucke 0,22 / 0,31 / 0,36 / 0,51 und 1,05 R$. Im April des Jahres 2000 gab es eine Portoerhöhung auf die neuen Wertstufen 0,27 / 0,40 / 0,45 / 0,60 / 1,50 R$.

 

Im Jahr 2001 Einführung eines neuen Vordruckpapieres mit Darstellung eines Papagaien. Gleichzeitig entfallen die Zudrucke der Versendungsart, die ATM sind jedoch nach wie vor nur in den 5 festprogrammierten Porto-Wertstufen erhältlich.

Angebot:     Ausgaben 1979 bis 1981                  Ausgaben 1993 bis 2001

Umfassendes Angebot aller Ausgaben, UPU-ATM ** und auf Belegen (auch echt gelaufen, es existeren keine 100 Stück !),
Ausgaben von 1981 auch aus den Ortsgeräten, dabei etliche Wickert-Lehmann-Briefe !
Klüssendorf ATM 1993-94 reichchaltig mit vielen schönen Briefen, Buchmesse ATM nur **, derzeit keine Briefe.
Procomp-Ausgaben ab 1997 sehr reichhaltig, insbesondere viele schöne Belege mit allen Zudrucken in portogerechten Einzelfrankaturen.

 

 

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